Im Jahr 2016 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ergebnisse einer mehrjährigen Studie, in der Länder nach ihrer gesunden Lebenserwartung verglichen wurden. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Jahre Kinder, die heute geboren werden, voraussichtlich bei voller Gesundheit leben werden. Laut der Analyse wird ein in Japan geborenes Kind länger gesund leben als ein Kind, das in jedem anderen Land der Welt geboren wurde. Japan belegt in diesem Ranking den ersten Platz, Polen hingegen nur Platz 38, direkt hinter den USA und Albanien. Experten nannten mehrere Gründe für dieses Ergebnis. Zum einen verfügen die Japaner über ein hochentwickeltes Gesundheitssystem mit starkem Fokus auf Prävention, zum anderen pflegen sie einen besonders gesunden Lebensstil in Bezug auf Ernährung und Bewegung. Schauen wir uns an, wie sich dies in der Praxis auswirkt.
Gemüse bildet die Grundlage einer typischen japanischen Mahlzeit. Japanische Kinder essen vor allem grüne Bohnen, rote Paprika, Zucchini, Auberginen, Zwiebeln, Rote Bete, Radieschen, Karotten, Salat, Süßkartoffeln und Shiitake-Pilze. Diese Lebensmittel liefern viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Antioxidantien bei gleichzeitig niedrigem Kaloriengehalt. Sie tragen dazu bei, dass Kinder ein starkes Immunsystem entwickeln, ein gesundes Körpergewicht halten und Verstopfung vorbeugen.
Reis ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der japanischen Küche. Es lohnt sich, braunen Reis in den Speiseplan von Kindern einzuführen, zum Beispiel zum Abendessen anstelle von weißen Nudeln oder zum Frühstück mit Apfelkompott anstelle von süßem Müsli. Brauner Reis sättigt besser und lässt keinen Platz für salzige Snacks und Süßigkeiten. Außerdem ist er reich an Mineralstoffen wie Magnesium und Mangan, die sich positiv auf das Nerven- und Skelettsystem von Kindern auswirken. Brauner Reis ist zudem eine hervorragende Quelle für B-Vitamine, die die Konzentration und Stimmung positiv beeinflussen und Müdigkeit reduzieren. Dies trägt zu einem besseren Wohlbefinden und besseren schulischen Leistungen des Kindes bei.
Es ist außerdem erwähnenswert, dass japanische Kinder Milchprodukte in moderaten Mengen konsumieren, deutlich weniger als Kinder in westlichen Ländern, einschließlich Polen. Dennoch enthält ihre Ernährung viele kalziumreiche Lebensmittel oder solche, die die Kalziumaufnahme verbessern. Es lohnt sich, diese Lebensmittel kennenzulernen und die Ernährung Ihres Kindes während dieser Phase des intensiven Knochenwachstums abwechslungsreicher zu gestalten. Dazu gehören Algen, Sesamsamen, geröstetes Sesamöl, Misopaste, grünes Gemüse und Kohl.
Die Ernährung japanischer Kinder ist reich an Jod und Omega-3-Fettsäuren, die aus Meeresalgen wie Kombu, Wakame und Nori sowie aus Fisch gewonnen werden. Diese Nährstoffe spielen eine entscheidende Rolle für die gesunde Entwicklung des Gehirns, das Wachstum und die Funktion des Immunsystems. In der polnischen Ernährung ist aufgrund des geringen Fischkonsums häufig ein Mangel an diesen Nährstoffen zu beobachten.
Es stellte sich heraus, dass der traditionelle Lebensstil eines jungen japanischen Kindes mit den aktuellen polnischen und globalen Ernährungsempfehlungen übereinstimmt, wobei besonderer Wert auf den Verzehr von mehr Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie weniger gesättigten Fettsäuren, Fleisch, Milchprodukten und Zucker gelegt wird, wobei auch auf regelmäßige tägliche körperliche Aktivität geachtet wird.
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Klinische Ernährungsberaterin Monika Wodyczko
