Die japanische Küche basiert auf Schlichtheit und Eleganz. Auf den ersten Blick mag es einfach erscheinen, doch die japanische Schwiegermutter zu beeindrucken, ist gar nicht so leicht. Mit Stäbchen Sushi zuzubereiten, reicht da wahrscheinlich nicht aus. Neben der Beherrschung der Zubereitungs- und Serviertechniken muss man auch die Tischmanieren kennen, die sich deutlich von europäischen Standards unterscheiden.

Ein Fest für die Augen

Für Japaner ist Essen mehr als nur die Stillung des Hungers. Es ist ein Fest der gemeinsamen Zeit und ein Ritual, das auf jahrhundertealten Traditionen beruht. Im Mittelpunkt steht die Präsentation kleiner, kunstvoll zubereiteter Portionen, deren Zutaten saisonal sind, harmonisch aufeinander abgestimmt und in Farbe und Form perfekt harmonieren. Sie verzichten auf unnötige Dekorationen, und jedes Detail, selbst die Menge an Sojasauce auf dem Teller, ist präzise definiert. Fast jedes Gericht auf einer japanischen Speisekarte gleicht einem Kunstwerk, das man fast zu schade zum Essen findet.
Jeder Gast am Tisch erhält seine abgemessenen Portionen, die auf einem separaten Tablett in einer bestimmten Reihenfolge angerichtet sind. Jedes Set besteht aus zwei Grundelementen: einer Schüssel Reis, die üblicherweise links steht, und Suppe rechts. Dahinter befinden sich drei Schüsseln mit den Hauptgerichten, die als „Suppe“ bezeichnet werden. Probe. Die Essstäbchen liegen ganz unten auf dem Tablett, die dünnere Seite zeigt nach links. Abgesehen von ihrer ästhetischen Anziehungskraft und ihrem einzigartigen Geschmack gilt japanisches Essen als eines der gesündesten der Welt. Es ist daher keine Überraschung, dass Die Japaner leben viel länger als die überwiegende Mehrheit der Nationen (nur die Einwohner Monacos liegen in der Rangliste vor ihnen).

In Einklang mit der Natur

Aufgrund seiner geografischen Lage ist die japanische Küche reich an Fisch, Meeresfrüchten und Algen. Reis bildet die Grundlage vieler Gerichte und wird fast täglich in allen Variationen verzehrt. Er ist Hauptbestandteil von Sushi und Nigiri, aber auch von Süßspeisen und grünem Tee. Auch Sake wird aus Reis hergestellt und ist, obwohl er mit etwa 15–17 % Alkoholgehalt nicht sehr stark ist, in sehr kleinen Gefäßen und – dem Prinzip des Minimalismus entsprechend – langsam und fast zeremoniell getrunken.
Das ideale Gericht zeichnet sich dadurch aus, dass der Geschmack der Hauptzutat hervorgehoben und nicht von den Beilagen überdeckt wird. Daher verwendet die japanische Küche nur wenige Gewürze: Ingwer, Sojasauce und den scharfen grünen Meerrettich (Wasabi). Sake und Mirin sind unverzichtbar. Alle Zutaten müssen frisch und frei von Konservierungsstoffen sein, nur kurz haltbar und werden sofort verzehrt. Zum Schutz des handgefertigten Essbestecks ​​werden Stäbchen aus Naturmaterialien verwendet.

Sobald Sie sich gemerkt haben, was Sie wann vorbereiten müssen, ist es Zeit, die Tischmanieren zu üben. Es lohnt sich, sich damit vertraut zu machen, um Fettnäpfchen zu vermeiden.

Etikett

Der Tisch selbst ist anders als das, was wir gewohnt sind. Er ist niedrig, und man sitzt daran auf einem Tatami – eine traditionelle japanische Matte, bei der die Beine angewinkelt und die Füße unter dem Gesäß platziert werden. Sobald wir es uns „bequem“ gemacht haben und kleine kulinarische Meisterwerke auf dem Tisch erscheinen, ist es erwähnenswert, dass… Itadahimasu was so viel bedeutet wie „Ich nehme es dankend an“.

Vor Beginn einer Mahlzeit ist es angebracht, einen Moment innezuhalten und die elegant zubereiteten Speisen zu bewundern. Die Japaner achten zudem sehr auf das Tempo des Essens; jeder Bissen wird langsam gekaut, sodass sie spüren, wann sie satt sind. Das Essen wird in kleinen Portionen serviert, was das Essen mit Stäbchen erleichtert. Das Prinzip des Minimalismus fördert außerdem eine gesunde Mäßigung und eine schlanke Figur.

Die Suppe wird direkt aus der Schüssel getrunken, und Schlürfen gilt als höflich. Auf den Tischen liegen feuchte Handtücher zum Händetrocknen bereit, jedoch niemals zum Abtrocknen des Gesichts. Die gesamte Mahlzeit muss aufgegessen werden; etwas davon zurückzulassen, kann sehr unangenehm sein.

Nach dem Essen sollten Sie die Bemühungen des Gastgebers würdigen, indem Sie Folgendes sagen: Gochisōsama-Deshita Das ist das Äquivalent zu unserem „Danke!“ und bedeutet: „Es war ein Festmahl!“

Steht Ihr Abenteuer mit der japanischen Küche noch am Anfang? Fangen Sie einfach an. Rezept für Misosuppe.