Algen sind eine gängige Zutat in der asiatischen Küche, aber auch in der karibischen und skandinavischen. Auch in Polen gewinnen sie zunehmend an Beliebtheit, insbesondere bei Menschen, die Wert auf einen gesunden Lebensstil legen. Kein Wunder, denn der Verzehr von Algen ist eine hervorragende Möglichkeit, die Ernährung mit wertvollen Nährstoffen zu ergänzen.

Seetang ist ein Sammelbegriff für verschiedene Algenarten und Wasserpflanzen. Meeresalgen, nicht Süßwasseralgen, sind in der Regel essbar. Ihre Größe variiert erstaunlich stark, von mikroskopisch kleinem Plankton bis hin zu Algen von mehreren Dutzend Metern Länge. Sie sind ein Grundnahrungsmittel für Meerestiere und seit Jahrhunderten fester Bestandteil der menschlichen Ernährung, insbesondere bei Chinesen und Japanern.

Warum werden sie in der Welt so hoch geschätzt?

In der traditionellen chinesischen Medizin werden Algen zur Unterstützung der Behandlung von Krebs, Schilddrüsenerkrankungen und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen derzeit die bemerkenswerten Eigenschaften von Algen. Unter anderem wurde entdeckt, dass Algen Polysaccharide mit antiviralen Eigenschaften enthalten, die zudem den Zelltod von Darmkrebszellen auslösen können. Aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts reduzieren Algen außerdem die Zuckeraufnahme ins Blut und tragen zur Senkung des sogenannten „schlechten“ LDL-Cholesterins bei. Die in Algen enthaltenen Ballaststoffe sind überwiegend löslich, wodurch wir uns nach dem Essen schneller satt fühlen und gleichzeitig die nützlichen Darmbakterien ernähren, was sich positiv auf unser Immunsystem und unser Wohlbefinden auswirkt. Algen sind zudem eine hervorragende Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Dank des Verzehrs von Algen sind Fische für ihren hohen Gehalt an diesen wertvollen Fettsäuren bekannt. Darüber hinaus sind Algen reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Polyphenolen. Algen enthalten die Vitamine A (in Form von Carotinoiden), C, D, E, B und K sowie Mineralstoffe wie Jod, Kalzium, Magnesium, Kalium, Kupfer und Eisen. Aufgrund des hohen Jodgehalts wird der Verzehr von Algen für Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion nicht empfohlen.

Weltweit gibt es viele verschiedene essbare Algenarten. Zu den beliebtesten gehören:

  • Nori Obwohl es grün aussieht, handelt es sich tatsächlich um eine Rotalgenart. In der Antike wurde es bis 1750 als Paste verzehrt, bis die Japaner auf die Idee kamen, Nori-Paste zu dem Papier zu verarbeiten, das wir heute kennen und verwenden. Es wird häufig zum Einwickeln von Suchi (frittierten Nudeln) verwendet, dient aber auch als Würzmittel für Suppen wie Ramen, als Garnitur und als knuspriger Snack.
  • Kombu ist eine Alge, die von Natur aus reich an Glutaminsäure ist. Diese verleiht Gerichten Umami, die fünfte bekannte Geschmacksrichtung, die an Pilze und Brühe erinnert. Kombu wird zur Herstellung von Dashi, einer japanischen Brühe, verwendet. Es findet häufig Verwendung als natürlicher Geschmacksverstärker in Suppen, Sushi und anderen Gerichten.
  • Wakame Ähnlich wie Kombu, aber zarter und saftiger. Diese Alge zählt trotz ihrer leuchtend grünen Farbe zu den Braunalgen. Sie wird für frische Salate verwendet und auch Suppen beigefügt. Besonders reich ist sie an Folsäure, die für Frauen mit Kinderwunsch unerlässlich ist.
  • Dulse ist eine Rotalgenart mit einer zarten, leicht zähen Konsistenz. Sie wird zum Verfeinern des Geschmacks verschiedener Gerichte verwendet und auch als Snack gegessen.
  • Kelp, Chlorella, Spirulina – das sind Algen, die am häufigsten in Pulverform als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind.
  • Agar-Agar ist ein aus Algen gewonnenes Bindemittel, das zum Andicken und Gelieren von Lebensmitteln verwendet wird. Es ist ein hervorragender Ersatz für Gelatine und somit eine ideale Alternative für Vegetarier.

Der Verzehr von Algen ist nicht nur eine gesunde Ergänzung Ihrer Ernährung, sondern auch eine interessante Möglichkeit, diese zu abwechslungsreicher zu gestalten.

Probieren Sie unsere Rezepte mit Algen, z. B. Wakame-Salat

Klinische Ernährungsberaterin Monika Wodyczko