Die Chinesen feiern das Mittherbstfest mit Opfergaben an den Mond, Mondkuchen und Familientreffen.

Ab Samstag, dem 22. September, feiert China einen der wichtigsten Feiertage des Landes – das Mittherbstfest, bei dem die Chinesen ein langes arbeitsfreies Wochenende genießen.

Dieses Fest wird am fünfzehnten Tag des achten Monats des Mondkalenders nicht nur in China, sondern auch in Hongkong, Taiwan und Vietnam gefeiert. Obwohl seine Geschichte dreitausend Jahre zurückreicht, wurde es erst 2008 als nationaler Feiertag anerkannt. Zwei Jahre zuvor wurde das Mittherbstfest in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die Anfänge der Mondopfer

Die Geschichte dieses Feiertags reicht dreitausend Jahre zurück, als die Herrscher des Reichs der Mitte jeden Herbst dem Mond Opfergaben darbrachten. Die Chinesen glaubten, dass der Mond und seine Bewegung den Wechsel der Jahreszeiten und die Ernte beeinflussten. Während dieser Opfergaben dankte das Volk für die Ernte und betete um ein noch besseres Jahr.

Die himmlische Gemahlin des Helden

Die Ursprünge dieses Feiertags sind mit einer Legende verbunden, der zufolge vor langer Zeit zehn Sonnen am Himmel standen und die gesamte Ernte der Erde vernichteten. Eines Tages erschien ein Bogenschütze, schoss neun von ihnen ab und befahl der einen, die er rettete, morgens aufzugehen und abends unterzugehen. Zum Dank für seine Heldentat erhielt der Mann von einer chinesischen Göttin ein Elixier der Unsterblichkeit. Einer seiner Lehrlinge versuchte, das von der Frau des Helden bewachte Mittel zu stehlen. Am fünfzehnten Tag des achten Monats brach der Lehrling in das Haus ein. Die Frau, die das Elixier nicht hergeben wollte, trank es, verwandelte sich daraufhin in ein himmlisches Wesen und flog in den Himmel, wo sie auf dem Mond wohnhaft wurde. Nach diesem Ereignis brachte der Bogenschütze seiner Frau, die auf dem Mond lebte, Opfergaben dar.

Traditionen und Gebräuche der Chinesen

Die Kreisform ist in der chinesischen Kultur hochsymbolisch. Sie steht für Vollständigkeit und Einheit, weshalb sich die Chinesen während des Mittherbstfestes an runden Tischen versammeln und gemeinsam essen. Dies soll Glück für die Zukunft bringen. Auch der Vollmond hat symbolische Bedeutung und steht für Harmonie. Seit Jahrtausenden glauben die Chinesen, dass der Erfolg ihrer Ernte und damit ihr Schicksal von Mond und Sonne abhängt. Deshalb bringen sie jedes Jahr während des Mittherbstfestes Opfergaben dar.

Der Mond ist ein wesentlicher Bestandteil aller Phasen dieser Feierlichkeiten, und die Mondbeobachtung ist ein wichtiger Bestandteil. In der Nacht des Mittherbstfestes blicken die Chinesen zum Himmel und erwarten, dass er noch voller und heller als sonst ist. Zu den weiteren Traditionen dieses Festes gehören Familientreffen sowie das Aufhängen und Aufsteigenlassen von Laternen.

Traditionelles Weihnachtsgebäck

Das Vollmond-Element ist auch kulinarisch unverzichtbar; das wichtigste Symbol des Mittherbstfestes sind Mondkuchen. Die Chinesen kaufen dieses traditionelle Gebäck voller Vorfreude und verschenken es an ihre Lieben. Ihre runde Form symbolisiert den Vollmond, ebenso wie das Eigelb im Inneren. Jeder Kuchen trägt besondere Schriftzeichen, die Harmonie und Langlebigkeit symbolisieren, und verbirgt im Inneren eine geheimnisvolle Füllung. Wie schmeckt er? Eine sehr beliebte Füllung ist eine Paste aus Datteln, Mandeln und Nüssen, aber die Auswahl ist schier unendlich. Von Füllungen mit roten Bohnen über Früchte und Nüsse bis hin zu Fleisch! Man sagt, dieser Brauch habe sich während der mongolischen Yuan-Dynastie verbreitet. Da die Mongolen diese traditionellen Gebäckstücke nicht aßen, wurde in ihnen eine geheime Botschaft über einen Angriff auf die Dynastie versteckt.

Hatten Sie schon einmal die Gelegenheit, während dieser Feiertage nach China zu reisen? Teilen Sie Ihre Erinnerungen mit uns!